Vertrauen

Vertrauen und Freiheit ergänzen sich. Wir alle haben die Freiheit, jemandem zu vertrauen oder eben auch nicht. 

Vertrauen wächst nicht, indem wir ständig in der Vergangenheit grübeln oder ängstlich in die Zukunft schauen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Vertrauen in der Gegenwart entsteht. Wenn man sich auf diese einlässt, sie geniesst und akzeptiert, auch wenn das nicht immer einfach ist, denn nur in der Gegenwart geschieht Veränderung. Auch das ist unsere freie Entscheidung. Die Vergangenheit können wir nicht ändern, die Zukunft nicht kontrollieren. Aber wir können jetzt leben, jetzt lieben, jetzt das Beste für unsere Beziehung tun, jetzt glücklich und zufrieden sein. Im "Jetzt" zu leben kann sehr hilfreich sein, denn in der Gegenwart wächst die Zukunft und das stärkt das Vertrauen ungemein. Wir legen den Grundstein für viele vertrauensvolle Beziehungen und Begegnungen. Ja, eine Zukunft gibt es immer. Dieses Wissen schenkt mir persönlich eine gewisse Gelassenheit und Vertrauen. 

Vertrauen schenken heisst auch vergeben. Vergebung schenkt einer Beziehung Zukunft, weil es ein Schritt des Vertrauens ist. Man beginnt wieder sich aufeinander einzulassen. Denn Vertrauen und Vergebung sind in meinen Augen eine Herzenshaltung. Vergebung streckt die Hand aus und zeigt dem anderen, dass man trotz seiner Schwächen an ihn glaubt. Das kann ihm helfen, wieder an sich selbst zu glauben. Vergebung schafft Vertrauen! Und alles geschieht aus unserem Herzen. Wenn wir wollen, auch hier haben wir die Freiheit. Wie grossartig! Wie wunderschön! 

Vertrauen heisst auch zu lieben, egal ob die Liebe erwidert wird oder nicht. Authentische Liebe ist eine Quelle des Vertrauens, weil man weiss, der Partner/die Partnerin liebt mich um meiner selbst willen, nicht für das, was er oder sie von mir bekommt. Und ja, natürlich, das weckt Vertrauen und die Bereitschaft, sich noch mehr zu öffnen, sich auf den anderen einzulassen und sich dadurch verwundbar und verletzlich zu machen. 

Ja, Vertrauen. Nicht immer fällt es uns leicht, Vertrauen zu schenken. Dem Gegenüber immer wieder zeigen, dass man an ihn glaubt, besonders dann, wenn der andere an sich selbst zweifelt. Und Zweifel, meine Güte, haben wir alle ab und zu in unserem Leben. Es gibt Menschen, die haben diese unglaubliche Gabe, Dinge und Talente in Leuten zu sehen, die sie selber nicht sehen, spüren können. Die Wege, wie man bei Menschen den Glauben an sich selbst fördert, sind verschieden und individuell zu gestalten. Lassen Sie uns auf Menschen eingehen. Lassen Sie uns tiefer gehen, die Herzen der Menschen erahnen und wahrnehmen. 

Je mehr Vertrauen wir geben, desto mehr erhalten wir zurück. Vielleicht nicht heute, aber morgen oder übermorgen. Völlig unerwartet klopft es an unsere Tür. Öffnen wir ihm die Tür, lassen wir es herein. Lassen wir uns überraschen. Es hält so viel Schönes bereit. Es ist ein grossartiges, einzigartiges und sehr persönliches Geschenk. Indem wir im "Jetzt" Vertrauen schenken, erhält unsere Zukunft eine echte Chance.